Männer sprechen über ihre Spiritualität

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Lässt offenbar keinen Mann „kalt“: Sprechen über die eigene religiöse Sozialisation.

Tief berührt möchte ich hier skizzieren, dass ein Abend zum Thema „Meine religiöse Sozialisation und wie ich heute meine Spiritualität lebe“ mit acht Männern trotz Urlaubszeit, Wintereinbruch und Erkältungen etc. in unserem Schorndorfer Büro sehr gut besucht war. Ich hatte den Abend über MKP initiiert.

Einige Teilnehmer meinten sogar, sie habe explizit dieses Thema interessiert, weshalb sie sich auf diesen Abend besonders gefreut hatten. Ich bin dazu vom üblichen Protokoll solcher Abende abgewichen. So war bereits die Klärungsrunde primär dafür gedacht, mit Männern und Menschen im Außen zu klären, die für den eigenen Glaubensweg positiv/negativ prägend waren, lästig sind oder dergleichen.

Statt Licht-Schatten-Runde bekam jeder Mann fünf Minuten, um über die religiöse Prägung seiner Kindheit etc. und dabei wichtige Personen, Erlebnisse etc. zu sprechen. Vermieden werden sollten pauschale Statements und theoretische Betrachtungen und Analysen. Um nicht in Diskussionen zu verfallen, wählten wir das Werkzeug der Klärung, das zwei-/dreimal eingesetzt wurde.

So klärte ein Mann, dass er einen anderen als missionarisch erlebt oder ein anderer drückte seine Wut aus, dass ein Redner „Verantwortung an eine vermeintlich höhere Macht abgibt, die es doch gar nicht gibt“. Dadurch wurden die „Widerreden“ fruchtbarer, produktiver und in ihren Nuancen und was jeweils darunter liegt („ich könnte auch gerne so glauben wie Du“) sichtbarer.

In Summe erlebten offenbar alle Männer viel inneren Frieden; trainierten ihr Vokabular und ihren Verstand, um über Religion/Glaube zu sprechen und erfuhren nochmals deutlich mehr über die anderen Männer (und sich selbst). Konsens war auch, dass die MKP-Bruderschaft für uns alle Teil unserer Spiritualität, Religiosität und (Glaubens-)Gemeinschaft ist. Weitere Seminare.

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VfB-Trainer Wolf: Eine Frage der Haltung

Als VfB-Fan und Gestalttherapeut habe ich selbst im Interview der Stuttgarter Zeitung mit VfB-Trainer Hannes Wolf vom Donnerstag Parallelen zu dem gelesen, was ich in meinen Seminaren anbiete und auch meinen Firmenkunden vermitteln will: Im Kern geht es nie um Techniken, sondern um Haltung. Beim 35-Jährigen Fußballtrainer liest sich das so:

„Wenn ich 90 Minuten etwas übe, es aber nur ein bisschen mache und eigentlich an etwas anderes denke, werde ich nie die Fortschritte erzielen, wie wenn ich die Bereitschaft habe, mich maximal zu konzentrieren. Das ist für mich eine Frage der Haltung. Man kann die Trainingsumfänge nicht beliebig erhöhen.

Aber das Wie, das kann man immer wieder verbessern. Und wenn sich diese Bereitschaft zur Qualität in der Gruppe steigert, ergibt sich eine Kultur. Die erhöht wiederum die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs und der Entwicklung junger Spieler….“ Besser hätte ich es nicht sagen können. Was zählt, sind das Vorbild und das Umsetzen dessen, was man als richtig erkannt hat.

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Gospelchor in Stadtkirche zieht 1000 Besucher

Der Stuttgarter „Jesustreff Gospelchor“ hat diesen Sonntag ein Benefizkonzert in der mit 1000 Besuchern prallvollen Schorndorfer Stadtkirche gegeben. Der Spendenerlös ging zugunsten einer hauptamtlichen Stelle in der evangelischen Jugendarbeit. Damit hat sich die Premiere, die Kirchengemeinderat und Stadtrat Jürgen Dobler 2016 initiiert hatte, etabliert.

Neben der Professionalität von Band und Chor, der seit Mittwoch in einem Jugendheim am Ort geprobt und gewohnt hatte, beeindruckte mich vor allem das Charisma des Chorleiters, das in seinen kleinen Moderationen spürbar wurde, in denen er seine spirituelle Haltung zeigte und zu Gelassenheit und Fehlertoleranz ermunterte, „denn vor Gott ist niemand perfekt.“

Doch wenn der Mensch das Ebenbild Gottes ist, dann kamen Gesang und Musik den himmlischen Heerscharen doch sehr, sehr nahe. Zusammen mit Sound und Lightshow wurde das Gesamtarrangement zum spirituellen Erlebnis für alle Sinne. Dabei mussten die Akteure gnädig sein, dass das durch Konventionen geprägte Publikum im Sakralraum sich dennoch mehrheitlich brav zurück- und auf den Sitzbänken hielt statt in Mittel- und Seitengang zu tanzen.

Nach Heiligabend mit 4000 Gläubigen auf dem Marktplatz war für mich das Erlebnis des mit 1000 Menschen beseelten Gotteshauses eine Erfahrung, die mich positiv stimmte angesichts der vielen schlechten Nachrichten in Stadt, Land und Erdkreis. Doch beide Male wurde deutlich: Gott und insbesondere sein Geist sind mitten unter uns und wir sind viele. Danke, danke, danke. Halleluja.

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Drei Abenteuer-Angebote für Männer 2017

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Die Abenteuerreise für je 15 Männer findet 2017 dreimal statt: Raum und Rahmen sind bereitet. Die Teilnehmer können sich jetzt anmelden. FOTO: MICHOR

Mein größter Wunsch für 2017: Dass eines, zwei oder drei meiner gestalttherapeutischen Männer-Wochenenden stattfindet, die ich erstmals offen anbiete. Denn für solche Themen und Angebote eine Community aufzubauen, ist harte Arbeit. Viele Männer reagieren mit der Bemerkung „danke, aber ich bin gesund und privat und im Beruf habe ich aktuell auch keine Probleme“.

Die machen aber auch Sport und achten auf ihre Ernährung – ohne krank zu sein. Sport gilt eben als schick, zumal man sich letztlich nicht mit sich selbst, sondern „nur“ mit dem Körper befassen muss. Wieder andere sagen „so Psycho-Seminare sind nichts für mich“ und wissen überhaupt nicht, wogegen sie sich entscheiden. Viele sagen „ich habe keine Zeit“ (Opfer) und müssten besser sagen „ich nehme mir keine Zeit“ (Täter).

Weil ich aber den Kurs halten will, werbe ich um jeden Mann. Zum Beispiel über diesen Blogeintrag. Bis vor acht Jahren hätte ich vermutlich selbst ein solches Seminar nicht besucht. Dabei hatte ich viele Verhaltens- und Bewertungsmuster, weil ich aus einer sehr moralischen Familie komme. Diese Muster haben mich weit gebracht (Leistung, Durchhaltevermögen, Selbstbewußtsein), aber eben auf Dauer auch beengt.

Nach meiner zweiten Scheidung 2009 habe ich gelernt, virtuoser mit meinen Ressourcen und „Glaubens-Sätzen“ umzugehen und meine Handlungsklaviatur deutlich zu erweitern. Heute bestimme ich, welche Sätze wann für mich gelten – und nicht mehr meine Eltern, Konventionen oder eine Moral. Meine Lebensqualität hat sich dadurch massiv gesteigert.

Als Kommunikationsberater arbeite ich bereits vereinzelt – auf Wunsch meiner Kunden – mit diesen Coaching-Dienstleistungen. Diese sind dort unüblich und gewöhnungsbedürftig, weil ich nicht primär Techniken vermittle, sondern vor allem Haltungen. Letztere zielen auf die (Weiter-)Entwicklung der spezifischen Persönlichkeit ab, wobei ich unterstützen kann. Bei diesen Kunden gibt mir (und meinem Kollegen Michael Sudahl) aber der fast schon messbare Erfolg recht: Mitarbeiter verändern sich.

Im Sommer 2016 habe ich meine vierjährige Ausbildung zum Gestalttherapeuten abgeschlossen; habe seit 2015 Klienten im Einzel und biete nun 2017 erstmals mit zwei bewährten Trainern diese drei offenen Seminare an. Robert Michor war mein Trainer bei meiner gestaltpädagogischen Ausbildung (IGBW) 2010 bis 12. Über ihn bin ich auch mit dem internationalen Männernetzwerk www.mkp-deutschland.de in Kontakt gekommen, das u.a. Regionalgruppen in Stuttgart, Schorndorf und Schwäbisch Hall unterhält. Unsere Mission: Mehr „gelingendes Leben“ in die Welt bringen. Dazu klären wir uns regelmäßig selbst und unterstützen uns gegenseitig dabei.

So nach außen zu gehen mit meinen Seminar-Angeboten ist auch ein Experiment für mich, das mich (noch) Überwindung und Kraft kostet. Denn mit den Seminaren „zeige ich mich“, übernehme Verantwortung und gebe Kontrolle ab. Schließlich könnte mein Angebot auch nicht auf die Resonanz stoßen, die ich mir wünsche. Andererseits habe ich als Medienberater, der ich gerne bin und bleibe, mein Auskommen. Ich handele und entwickle mich also in großer Freiheit.

Die Termine sind 12.-14. Mai, 29.09.-01. Oktober sowie 6.-8. Oktober jeweils in Hohenberg in einem abgelegenen Selbstversorgerhaus auf der Ostalb. Unter fromm@der-medienberater.de schicke ich gerne einen Flyer per e-Mail zu oder schicke ihn per Post, wenn ich eine Anschrift erhalte. Rückfragen gerne unter 0173-6955822 an mich. Das Abenteuer kann beginnen.

 

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4000 Mitfeiernde auf Schorndorfer Marktplatz

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Fürchtet euch nicht: 4000 Schorndorfer bekennen sich an Heiligabend auf ihrem Marktplatz zur Weihnachtsbotschaft, machen sich gegenseitig Mut und intonieren am Ende „Oh, Du fröhliche.“ Welch‘ ein Geschenk. FOTO: FROMM

Mehr als 100 Mitwirkende vom Posaunenchor über einen vom Kirchenchor unterstützten Projektchor bis hin zum Kinderchor und der Jugendkantorei haben an Heiligabend auf dem Schorndorfer Marktplatz nach der Premiere 2012 öffentlich Weihnachten gefeiert. Rund 4000 Gläubige, Zweifler und vielleicht Ungläubige nahmen an dem 50-minütigen Gottesdienst teil.

In dessen Mittelpunkt stand das Lukas-Evangelium von der Geburt Jesu; den als erste die Hirten besuchten, die zu den Ärmsten der Gesellschaft gehörten; und schließlich die neugierigen Könige, die ihre Komfortzone verlassen hatten, um sich auf eine neue (Welt-)Ordnung einzulassen. Zentral war der Satz an die Hirten „Fürchtet euch nicht!“, der auch heute gilt.

„Weil die Angst der schlechteste aller Ratgeber ist,“ so Pfarrer Steffen Kläger-Lißmann in seiner Predigt, „weil wir sonst alles zu verlieren drohen, was uns wichtig ist: Unseren Zusammenhalt und vielleicht sogar unsere Liebe.“ Dass neben einem Kind und anderen auch Oberbürgermeister Matthias Klopfer eine Fürbitte vortrug, stimmt mich für die Werteorientierung in unserer Stadt mit ihren 40.000 Einwohnern zuversichtlich.

Schade fand ich, dass die Initiative von Stadtpfarrerin Dorothee Eisrich im Vorfeld unter den Gläubigen offenbar umstritten war: Da sind Befürworter wie ich, die sagen, wir müssen mit der Botschaft zu den Menschen gehen und uns mit unserem Glauben in der Stadt zeigen; und da sind die Konservativen, die das Geheimnis ihres Glaubens in sakraler Umgebung feiern wollen, zumal die für viel Geld 2013 renovierte Kirche 1000 Gläubige fasst, die aber seltenst da sind.

Fakt ist aber, dass auf den Marktplatz viermal soviele Menschen kamen, von denen die meisten in eine Kirche nicht gekommen wären. Und: Bereits am Sonntag, 8. Januar, dürfte die Stadtkirche um 18 Uhr mit mehr als 1000 Besuchern aus allen Nähten platzen, wenn ein Stuttgarter Gospelchor nach dem Erfolg von diesem Jahr erneut ein Benefizkonzert gibt.

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„Wir hacken die neoliberale Wirtschaft“

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Beim ersten Treffen in Karlsruhe entstehen erste interessante Querverbindungen: Rainer Kroll (r.) hatte die Multiplikatoren eingeladen, die bereits in dialogischen Strukturen zum Kapitalismus eine Alternative leben. FOTO: FROMM

Ein Hauch von makro-ökonomischer 1968er-Debatte liegt im Seminarraum der Karlsruher Wohnanlage „Albgrün“, in der zehn Unternehmer aus dem Badischen und der Region Stuttgart über dialogische Unternehmenskultur als Alternative zur materiellen Dialekt sprechen. Ihr Ziel: Ein sozial- und umweltverträgliches Wirtschaftssystem in regionalen Strukturen kreieren.

Beim Eintreffen am Morgen fällt auf: Die Auswärtigen sind per Bahn angereist. Schon in der Vorstellungsrunde fallen Begriffe wie Kapitalismus, Neoliberalismus oder Neu-Feudalismus, die die Redner kritisch sehen. Die Statements machen aber auch deutlich, dass sich hier Unternehmer treffen, die sehr wohl nach den bestehenden Regeln der Marktwirtschaft spielen können – dies aber nicht mehr wollen.

Da ist Ralph Suikat, der mit einem Partner binnen 20 Jahren eine IT-Firma mit 150 Mitarbeitern geschaffen hat, und der heute einer Unternehmerinitiative fairantwortung.org vorsteht. „Die neoliberale Wirtschaft zu hacken, auch mit anderen Aktionen und Initiativen, ist meine vordringliche Aufgabe“, merkt der 51-Jährige mit dem Laptop auf dem Schoß süffisant an. Oder Peter Bauer aus Speyer, der als Konflikt-Coach Großgruppenprozesse mit bis zu 1000 Teilnehmern moderiert und „auf Konzern-Themen immer weniger Lust“ hat.

Auch Gastgeber Rainer Kroll, der seine Karriere als Kaufmann bei BASF gestartet und als Ingenieur mit Schwerpunkt Architektur mit der Gestaltung von Lebensräumen für dm-Gründer Götz Werner fortgesetzt hat, beeindruckt: Das „Wohnprojekt am Albgrün“, das 30 Millionen Euro Bausumme in 100 Wohneinheiten umfasst, hat er als Mehrgenerationen-Anlage initiiert und projektiert. In mehreren Häusern leben ökonomisch Schwache als Mieter der städtischen Wohnbau, zumeist Ältere als Genossen in Gemeinschaftseigentum sowie junge Familien mit KfW-Förderung als Eigentümer zusammen.

In einem der kleineren Gemeinschaftsräume findet das Treffen statt. Kroll erläutert das Konzept solidarischen Wohnens: „Als im Wohndorf-eigenen Kindergarten 2015 die Erzieherinnen wie überall gestreikt haben, haben die Bewohner die Kinderbetreuung selbst organisiert.“ Im Gegenzug kaufen Jüngere für Ältere ein, Bewohner organisieren untereinander Car-Sharing und Mittagstisch und mit zwei Landwirten gibt es Kooperationen für Bioprodukte.

Für den 57-jährigen Kroll, der seit zehn Jahren bundesweit solche Projekte moderiert, sind seine Wohnkonzepte ein Beispiel für Gemeinwohl-Ökonomie. „In den 1910er-Jahren entstanden im Deutschen Reich binnen zehn Jahren sieben Millionen Wohnungen durch regionale Genossenschaften, in denen der Staat die Rentengelder anlegte,“ verweist der gebürtige Bielefelder auf Vorbilder aus der jüngeren Wirtschaftsgeschichte.

Otmar Donnenberg, 76-jähriger Organisationsberater, der 35 Jahre in den Niederlanden bei Shell und Exxon beschäftigt war und Action-Learning-Projekte im Gesundheitswesen durchgeführt hat, möchte an seinem jetzigen Wohnort Weil am Rhein Krolls Konzept in die Stadtteilarbeit einbringen. Einzige Nicht-Unternehmerin in der Runde ist Monika Spahl. Die promovierte Oberärztin einer Psychosomatischen Fachklinik ist gekommen, „weil das bisherige Wirtschaftssystem die Menschen krank macht.“ Unter ihren Patienten seien „viele Manager, die am Ende sind.“

Sehr viel gearbeitet hat in seinem Leben auch schon Günter Rickert. Als Immobilienfinanzierer hat er nach der Wende ein Vermögen gemacht, das er heute verwaltet. In Dresden gründete der vierfache Vater nebenbei zunächst einen Waldorf-Kindergarten und dann eine –Schule, damit seine Kinder diese besuchen konnten. Mit 65 anderen Kapitalgebern hat er eine Null-Zins-Initiative gegründet, die nachhaltige Projekte finanziert. Dazu zählt eine solidarische Agrar-Initiative, deren Mitinitiator und Buchhalter der Privatier ist.

Dass seine Finanzierungsinitiative Bafin-konform wurde, verdankt der Zahlenmensch einem spezialisierten Finanz-Juristen. Denn zwei Dinge wurden bei dem eintägigen ersten Workshop deutlich: Alternative Modelle müssen rechtskonform sein und ehe das bestehende System nachhaltig verändert wird, wollen sich die Gestalter gegenseitig mit ihren Kompetenzen unterstützen oder in ihren jeweiligen Netzwerken Experten vermitteln.

Für ein zweites Treffen im März wollen sie Vordenker wie Götz Werner (bedingungsloses Grundeinkommen), Rudolf Bühler (schwäbisch-hällisches Landschwein) oder Manfred Gebauer (Edeka-Märkte als Plattform für regionale Produkte) gewinnen. Wichtige Multiplikatoren seien auch Vorstände von Geno-Banken und Kreissparkassen, die regional verwurzelt und auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen sind. Kluge Köpfe ahnen es: Als Kommunikationsprofi gehöre ich diesem Netzwerk an, damit es in den Medien auch Gehör findet.

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Mein Weg vom Selbsthass zur Selbstliebe

Wer mich kennt und meinen 2007 gestarteten Blog zumindest gelegentlich liest, weiß um meinen Veränderungsprozess oder hat zumindest eine Idee davon. Mein ehrenamtliches Engagement in der internationalen Männerarbeit bei MKP und meine Initiative, 2017 mit zwei anderen Trainern auf der Ostalb im Mai und im Oktober drei Männer-Wochenenden anzubieten, hat mich mit dem Männerportal zusammengebracht.

Dort bin ich seit heute Autor mit einem ersten Beitrag, in dem ich erstmals über meine Veränderung und Entwicklung schreibe. Ich denke, diese „Offenbarung“ passt gut zum Advent und letztlich zu Weihnachten. Selbstverständlich will ich dies auch als Einladung verstanden wissen, sich für meine Angebote zu interessieren, für die es Flyer gibt, die ich jedem neugierig gewordenen Mann gerne zukommen lasse.

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Wundervolles Adventskonzert beschwingt

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Verzaubern mit ihren Melodien (v.l.): Margot Kroner (Leitung), Gerda Engelfried, Elke Lang und Dagmar Delingat am Sonntagabend in Rommelshausen. FOTO: FROMM

Die „Groovin‘ Voices“ aus Donzdorf haben mir und rund 100 weiteren Besuchern am Sonntagabend ein wundervolles Geschenk gemacht: Das Frauen-Quartett gab in Rommelshausen in der glanzvoll erstrahlten Mauritiuskirche ein Adventskonzert. Unter dem Motto „Joy to the world“ intonierten sie weltweit bekannte Melodien aus Pop, Klassik, Jazz und Swing.

Begleitet am e-Piano von Michael Hauser zeigten Margot Kroner (Leitung), Gerda Engelfried, Elke Lang und Dagmar Delingat eindrucksvoll auf, welche spirituelle Kraft die Musik hat, uns Menschen im wahrsten Wortsinn in Schwingung zu versetzen. Enorm war aber auch die gesangliche Leistung, vierstimmig virtuos und akurat die Melodien zu entfalten.

Das Quartett samt Pianist ist für mich ein Symbol dafür, wie Menschen mit Achtsamkeit und gegenseitiger Wahrnehmung erst Spitzenleistung erbringen können. Denn der Erfolg liegt oft in den unmerklichen Details. Dazu gaben die Sängerinnen vor der Kulisse der Apsis unter dem Kreuz ein ästhetisches Bild ab, das den Lebensbogen visualisiert: Während sie vom Baby in der Krippe singen, hängt darüber der zu Tode Gefolterte. Aleppo & Co. lassen grüßen, auch unter dem Frank Sinatra-Swing.

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Von Benediktinern lernen

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Immer wieder inspirierend zu lesen: Die Benediktiner-Zeitschrift „Erbe und Auftrag“. FOTO: FROMM

Über die im Geburtsjahr meines Vaters 1919 gegründete benediktinische Quartals-Zeitschrift Erbe und Auftrag bin ich mit meinem Freund Pater Albert Schmidt verbunden, der seit 2006 Schriftleiter dieser theologisch-monastischen Lektüre ist. Diese ist üblicherweise einem Schwerpunkt gewidmet, wie etwa die Bedeutung der Klostergärten für das Leben in Gemeinschaft; der Ökumene oder dieses Mal eben dem „Mönchtum in Lateinamerika.“

Vor allem beeindruckt hat mich die Biographie des Benediktiners Richard Weberbergers, der in Brasilien Bischof war. Als 2009 das Doppeljubiläum seines 70. Geburtstags anstand und das 30-jährige Bestehen seiner Diözese, wurde ein großes Fest vorbereitet und viele Speisen zubereitet. Und als das Essen gekocht war, ließ Dom Ricardo es in Autos verladen, die quer durch die Stadt zu den Favelas fuhren, statt es mit seinen Gästen zu verzehren.

Dort schlug der Jubilar eigenhändig mit der Schöpfkelle auf einen Topfrand, so dass rasch die Kinder zusammenliefen. Und Dom Ricardo belehrte seine staunenden Gäste, die Eltern schämten sich ob ihrer Armut,weshalb sie die Kinder schickten. In einem anderen Beitrag regt der Autor, der selbst einen Konvent leitet, an, Ordensleute mögen sich weltweit mehr durchmischen in ihren Gemeinschaften, um multikultureller zu leben und damit Vorurteile abzubauen und vorbildlich zu leben.

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Mein Buchtipp: Untenrum frei

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Lesenswertes Buch über Frauen-Emanzipation, die zugleich auch Männer-Emanzipation ist: Nicht nur der anstößige Titel gibt Anstöße zum Weiterdenken. FOTO: FROMM

Auf das Buch von Margarete Stokowksi „Untenrum frei“ bin ich durch Zufall gestoßen. Und während mich der Titel als reißerisch eher abstieß, las ich bereits einen Halbsatz weiter, dass die 30-jährige Autorin Kolumnistin bei taz und spiegel-online sei, was mich wiederum neugierig machte. Denn erfolgreiche junge Kolleginnen finde ich interessant.

Die Rezension in der Stuttgarter Zeitung animierte mich, das Buch zu kaufen, um es meiner knapp 18-jährigen Tochter zu schenken, geht es doch um Emanzipation und die Entlarvung männlicher Dominanz, die noch immer – allerdings subtil- massiv in unserer Gesellschaft präsent ist. Neugierig las ich die 230 Seiten binnen Tagen selbst mit großem Gewinn.

Denn die 30-jährige gebürtige Polin analysiert messerscharf, wie (wir) Männer durch Konventionen (Erziehung, Katholizismus etc.) Frauen klein halten. So beschreibt sie, wie sie als Vierjährige vom Fahrrad fiel. Den aufgeschürften Arm ließ sie sich aufwändig verarzten, die Schmerzen zwischen den Beinen aber verschwieg sie, weil sie den Ort nicht beschreiben konnte. Die Scham ließ erstmals grüßen.

Süffisant sezessiert sie, wie Mädchen- und Frauenzeitschriften die Unterwerfung der Frau zum Ziel haben. Denn die Heftchen konditionieren Frauen darauf, sich auf ihr Äußeres zu reduzieren („Hilfe, ich bin zu dick!“) und ihrer „Problemzonen bewusst“ zu werden. Oder sie bekommen ständig vermittelt, wie sie den Mann befriedigen. Aber nahezu kein Heft ermutigt junge Frauen, den Blick auf die eigene Befriedigung zu lenken oder darauf, mit Männern auf Augenhöhe zu verhandeln.

An einigen Stellen entlarvt das Buch auch meine Haltungen, wenn es etwa um sexuelle Orientierung geht oder Gender-spezifische Erziehung: Mädchen bremse ich eher (Schutz) und Jungs ermutige ich eher (Risiko). Die Lektüre macht mir deutlich, dass ich noch immer mit zweierlei Maß messe. Und dass es in meinen Beziehungen auch so war, dass mit der Geburt eines Kindes die Rollenfixierung nahezu klassisch wurde.

Meiner Tochter schenke ich das (gelesene) Buch zum morgigen Nikolaustag. In der Hoffnung, dass auch sie es liest und einiges besser macht als ich. Vor allem achtsamer und ideologiefreier. Denn eines weiß ich auch: Mit einer emanzipierten Frau auf Augenhöhe haben erwachsene Männer viel mehr Spaß als mit einem konditionierten Mäuschen oder einer weltfremden Prinzessin. Danke, liebe Margarete, für Ihr lesenswertes Buch.

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